Vom Klassenzimmer zum Hafen
Harro ist seit 2018 Hafenmeister, doch die Liebe zum Wasser wurde ihm schon früh in die Wiege gelegt. Er wuchs in Stadsweiden auf, war jahrelang Vorsitzender der Wasserscouts Tjerk Hiddes und gelangte über Umwege zu seinem heutigen Beruf. „Die Gastfreundschaft, die Dynamik im Hafen, die Lebendigkeit – all das passt zu mir.“
Hendrik begann 2007 als Hafenmeister und hat seitdem miterlebt, wie sich der Hafen verändert hat. „Früher arbeiteten wir im alten Gemeindehafen, bevor es das Waterfront gab. Inzwischen ist es ein moderner, lebendiger Ort geworden, an dem sogar im Winter noch Boote liegen.“
Alles andere als ein Bürojob in Harderwijk
Die Hafenmeister sind die Dreh- und Angelpunkte. Sie vermitteln Liegeplätze, empfangen Passanten, betreuen Veranstaltungen und sind die Anlaufstelle für alles, was auf und rund ums Wasser passiert. „Wir bekommen hier alles Mögliche“, lacht Harro. „Manchmal kommen Anwohner sogar zum Duschen vorbei, weil ihr Badezimmer gerade renoviert wird.“
Und dieser Service geht weit. Hafengäste leihen sich regelmäßig das Dienstfahrrad aus, um irgendwo Ersatzteile zu besorgen oder zu tanken. „Seit die Tankstelle im Lorentzhaven weg ist, müssen sie etwas weiter radeln. Wir helfen gerne mit“, erzählt Hendrik.
Persönlicher Kontakt auf dem Wasser
In den Sommermonaten arbeiten sie mit vier Hafenmeistern und fahren regelmäßig mit ihrem gelben Boot aufs Wasser. „Dann ziehen wir die Hafengebühren persönlich ein“, erzählt Harro. „Das macht viel mehr Spaß, als alles digital zu regeln.“ Der persönliche Kontakt ist für beide der Kern ihrer Arbeit.
Die Arbeit hat sich in den letzten Jahren allerdings verändert. Als die neue Promenade eröffnet wurde, waren sie vor allem damit beschäftigt, zu erklären, wie die AanUit-App funktioniert. „Jetzt kennt sie jeder und wir können uns auf den schönsten Teil unserer Arbeit konzentrieren: Menschen helfen und dafür sorgen, dass der Hafen lebendig bleibt“, sagt Hendrik.
Auch im Winter viel los im Hafen
Wo der Hafen früher im Winter fast leer war, sieht Harro immer mehr Menschen, die Harderwijk als festen Liegeplatz wählen. „Sogar in den Weihnachtsferien lagen dort Boote, an manchen Tagen sogar tagelang.“ Der Hafen schläft nicht mehr.
Ob sie noch lange bleiben? „Auf jeden Fall“, sagen sie ohne zu zögern. Mit ihrem Aussichtspunkt am Ende der Promenade und dem Wasser als Arbeitsplatz sind sie sich in einer Sache einig: Einen schöneren Job gibt es kaum.